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  • AutorenbildClaudia

Berg-Spargel

Aktualisiert: 4. Feb. 2021


Das todsichere Rezept:


ungefähr 40 Sprossen des Weideröschens |8 Scheiben Raclettekäse | Pfeffer aus der Mühle |  Die frisch gepflückten Weideröschensprossen in der Teflonpfanne gut anbraten bis sie sie etwas Farbe bekommen. Dann die Scheiben Raclettekäse dazugeben und braten bis er die gewünschte Konsistenz hat. Mit Pfeffer würzen.  Wozu der Aufwand?


Der einzige Aufwand ist eigentlich, dass man einen Ort kennen muss an dem das Weideröschen wächst, und dann rechtzeitig im Mai dort sein muss, um die jungen Sprossen zu sammeln. Geschmacklich sind sie eher mit dem grünen Spargel zu vergleichen als mit dem Weissen. Aber eigentlich unterscheiden sie sich von beiden stark. Die Konsistenz ist zarter, etwas schleimig und sie schmecken säuerlicher.




Wie kam's zu dem Rezept?


Seit Jahren gehe ich auf die Alp in die Ferien und freue mich im Sommer über Meere von Weideröschen. Ich lernte damals die Menschen in der Umgebung kennen und kam ins Gespräch. Dabei erzählte mir die Nachbarin von weiter unten, dass sie einmal diesen Kräuterkurs besucht hat den es da jedes Jahr gibt. Ich konnte es gar nicht glauben als sie mir erzählte, dass sie Spargeln gesammelt und zubereitet hatten. Das wollte ich auch. Ich nahm mir also vor den Kurs zu besuchen. Doch dann passierte das was meistens passiert. Im ersten Jahr fand der Kurs statt als ich nicht auf der Alp war. Im zweiten Jahr wollte ich es mir einrichten, aber ich wurde krank. Im dritten Jahr vergass ich es, und es fiel mir erst wieder ein als die Weideröschen schon wieder in violetten Flächen blühten. Aber dann fiel mir das Kochbuch von Meret Bissegger in Hände. Sie beschreibt viele essbare Naturpflanzen ausführlich und genau. Ich merkte mir jeden Satz und im Jahr darauf war ich tatsächlich im Mai schon oben. Ich lief sofort los an die Stelle die ich vom Blütenmeer her kannte. Erst sah ich nichts. Doch dann zeigte sich bei genauerem hinsehen, dass einige Gräser anders aussahen als andere, und das waren sie dann, die Sprossen. Ich suchte mir die Dicksten aus und trug sie glücklich nachhause. Wie im Kochbuch beschrieben versuchte ich zu schälen. Aber das war auch bei den dicksten Sprossen ein sinnloses Unterfangen. Bei den Kleineren versuchte ich es darum erst gar nicht. Und siehe da. Die Dicken, obwohl geschält waren zäh und kaum zu kauen. Die Kleinen dagegen waren einfach perfekt. Beim nächsten Mal hatte ich vollkommen klar, welche der Sprossen zart waren. Und so habe ich nun ein Gericht das eher ungewöhnlich ist, sehr gut schmeckt, und für uns äusserst praktisch ist. Im Frühling gibt es auf der Alp nämlich keinen Laden. Da muss man sich alles Frische hochtragen! Aber ich nicht mehr.


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