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  • AutorenbildClaudia

BROMBEERIBLÄTTERTEE

Das todsichere Rezept:


GERÄT:


Handschuhe und Gartenschere zum Ernten

einen Korb oder eine Tüte für das Heimnehmen der Brombeerblätter

Ein grosses Messer und Brett zum Schneiden

Evt ein Wallholz


Eine luft- und lichtdicht verschliessbare Dose zum Fermentieren des Tees (ideal aus Plastik oder Glas)


Ein enges Gitter oder ein Backpapier zum Trocknen.


Eine luft- und lichtdicht verschliessbare Dose zum Aufbewahren des Tees


ZEIT:


Aktiv etwa 3h

Fermentieren 1 Woche

Trocknen 1 Woche


ZUTATEN:


'nur' Brombeerblätter




Blätter von den Brombeerpflanzen schneiden. Am besten trägst Du Handschuhe, aber mit etwas Übung geht es auch ohne. Ich gebe die Blätter in eine grosse Tasche oder einen Korb. Es macht nichts, wenn Du sie nicht sofort verarbeiten kannst, denn sie dürfen ruhig etwas  anwelken.


Wenn Du genügend gesammelt hast, schneidest Du die Blätter die Du vorher von den Stielen entfernt hast in feine Streifen. Das geht am besten mit einem grossen Messer mit scharfer Kante.



Dazu legst Du einige Blätter auf einander und stellst das Messer mit der Schnittkante darauf. Dann drückst Du auf den Rücken und schaukelst die Schneide hin und her. So wie Du das mit einem Wiegemesser tun würdest. Du wirst merken Brombeerblätter die nicht jung sind können schwer zu schneiden sein. Nach dem Schneiden, kannst Du die Blätter mit einem Wallholz flachpressen. Das ist aber nicht unbedingt nötig. Alternativ kannst Du auch im nächsten Schritt sehr fest stopfen.



Zum Fermentieren drückst Du die geschnittenen Blätter in ein Glas. Eine Frischhaltebox geht auch.  Ich verwende oft diese grossen Joghurtbecher aus Plastik mit Deckel und Henkel. Die eignen sich gut. Stopfe dicht. Du tröpfelst dann mit den Fingern etwas Wasser auf die zusammengepressten Blätter. Es braucht nicht viel Wasser. Einige Tropfen reichen. Es geht nur darum, dass sich in der Wärme des Sommers eine feuchte Atmosphäre im Glas entwickelt. Jetzt schliesst Du das Glas dicht. Die Blätter bleiben nun ca. eine Woche bei Raumtemperatur, also über 22°C liegen. Wenn die Temperatur höher ist, reicht eine entsprechend kürzere Zeit. Die Blätter werden jetzt dunkel und beginnen fruchtig zu duften. Dann verteilst Du sie auf einem Gitter oder einem Backpapier und lässt sie trocknen. Natürlich kannst Du sie auch bei 40°C im Ofen oder im Dörrapparat trocknen.



Dann kommt der Tee in eine luftdicht verschlossene Dose. Dort darf er über einen Monat sein Aroma entwickeln.

Du kannst ihn dann als koffeeinfreien Tee verwenden; entweder pur oder Du mischt ihn mit getrockneten Zitornenverbenen-, Minze- oder Melisseblättern. Getrocknete Rosenblätter geben hübsche Farbtupfer. Getrocknete Goldmelisse- oder Bergamotte-Blüten geben nicht nur Farbe sondern auch ein besonderes Aroma.



Pro Tasse lässt Du einen Esslöffel Tee 5 Minuten ziehen.



Wozu der Aufwand?


Man muss zugeben, dass das Sammeln von Brombeerblättern eine ganz schöne Herausforderung ist. Handschuhe sind dringend zu empfehlen!


Dank all ihren Insekten und Vogel-freundlichen Eigenschaften und den feinen Beeren finde ich die Pflanze eine Bereicherung für meinen Garten. Allerdings ist die wilde Brombeere dort manchmal auch eine ganz schöne Belastung. Wo sie sich wohl fühlt beginnt sie zu wuchern. Wieso also nicht die Pflanzen nutzen?! Ich finde das Sammeln entschleunigend, der Duft des Tees und und der Fakt, dass er kein Koffein enthält macht ihn für mich zu einer tollen Basis für jede Art von entspannenden Kräutertees. Auch pur ist er übrigens ein Genuss.


Die Pflanzen wachsen bei uns in der Umgebung. Nicht nur im Garten, auch am Waldrand und an Böschungen. Du kannst sie im Sommer sammeln und zu Tee verarbeiten. Dadurch verzichtest Du auf Verpackung und lange Transportwege. Anders gesagt. Brombeerblättertee ist regional und saisonal. Und er ist nachhaltig!


Und nicht zuletzt: selbstgemachter Tee ist ein tolles Geschenk!



Wie kam's zu dem Rezept?


Das erste Mal habe ich Brombeerblättertee im Rutz in Berlin getrunken. Das Rutz ist als erstes und einziges Restaurant in Berlin mit *** Guide Michelin Sternen ausgezeichnet. Es hat noch dies und jenes an weiteren Auszeichnungen. Aber was mich tatsächlich dahingelockt hat ist sein Platz im TOP 10 Alkoholfreie Getränkebegleitung im Gusto und eine Empfehlung aus dem Cheval Blanc in Basel für eben diese alkoholfreien Getränkebegleitungen.

Ich habe meinen Abend da sehr genossen und mich obwohl ich allein war - gebratene Tannenzapfen und Fischschuppen sind leider nicht jedermanns Sache - gut mit der Handikamera und den ungewöhnlichen Speisen und Getränken unterhalten. Ausserdem fand ich tolle Ideen für die eigene Küche.



Da gab es dann also zum Laubporling den Brombeerblättertee. Er kam in einem Cocktailglas daher und war mit Himbeerkernöl parfümiert. Der Rand des Glases leuchtete rot von den zerriebenen gefriergetrockneten Himbeeren in die er getaucht worden war. Das sah einerseits super aus und ausserdem gaben diese beiden Zutaten dem Brombeerblättertee Aroma.


Natürlich wollte ich danach wissen wie man Brombeerblättertee macht.


Im Internet gibt es viele Rezepte. Die sind oft sehr kompliziert. Ich habe das eine oder andere 'nachgekocht' und auch mal die Brombeerblätter nur getrocknet. Schlussendlich zeigte sich, dass die Fermentation der Blätter für Geschmack des Tees entscheidend ist. Um die zu erreichen, braucht es Feuchtigkeit und Wärme. Hilfreich ist auch, wenn die Zellwände der Blätter zerstört sind. Das alles kann man durch Schneiden und ein geschlossenes Gefäss in sommerlichen Temperaturen ganz gut erreichen. Auch das Trocknen der fermentierten Blätter ist im Sommer meist kein grosses Problem. Wichtig für die Entwicklung des Geschmacks ist, dass nach diesem Prozess die Blätter nochmals Licht- und Luft-geschützt ruhen dürfen. All diese Erkenntnisse sind in mein Rezept eingeflossen.


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