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  • AutorenbildClaudia

Evan Tee

Aktualisiert: 20. Feb. 2021


Aromatischer Tee aus fermentierten Weideröschen ohne Coffein
Ivan Tee

Das todsichere Rezept:


einen Korb voll Blätter vom Weideröschen


Die Blätter sorgfältig vom Stiel lösen. Das kann direkt beim Sammeln passieren.

Zuhause die verschmutzten Blätter aussortieren. Die übrigen Blätter einige Stunden ausgebreitet antrocknen lassen.



Nachdem die Blätter etwas angetrocknet sind, diese in kleinen Portionen von etwa 4 Stück zu Würstchen rollen. Dies muss mit Druck geschehen. Dabei tritt Saft aus. Die jetzt feuchten Blätter fest in ein Glas stopfen und dicht verschliessen.


3 Tage bei über 22 °C fermentieren lassen. Dann die fermentierten Blätter ausgebreitet bei 40 ° C im Ofen oder Dörrapparat oder auch auf einem Rost an der Luft trocknen.


Der Tee darf nun einige Wochen im verschlossenen Glas seinen Geschmack entwickeln.

Zum servieren etwa vier Blättchen mit siedendem Wasser übergiessen und einige Minuten ziehen lassen.


Wozu der Aufwand?


Weideröschen Tee duftet und schmeckt hervorragend. Er ist mit einem aromatischen feinen Schwarztee zu vergleichen. Allerdings trinke ich ihn auch gerne abends, denn im Gegensatz zum Schwarztee raubt er mir nicht den Schlaf.


Die Herstellung des Tees empfinde ich entspannend, denn ich liebe es durch die Bergwelt zu schlendern. Dabei zupfe ich mir hier und da einige Blätter der Weideröschen ab. Meist sind sie auf dem Nachhauseweg schon soweit angetrocknet, dass ich sie direkt verkneten und zum Fermentieren in Gläser versorgen kann. Ich behaupte jetzt nicht, dass das Kneten auch meditierend ist, es braucht Kraft und Geduld. Aber es gibt auch Ungemütlicheres als abends vor dem Kamin Blätter zu kneten.




Wie kam's zu dem Rezept?


Iwan Tee ist bei uns nicht sehr bekannt. Ganz im Gegensatz dazu in Russland. Dort war oder ist dieser Tee offenbar verbreitet. Wer sich durchs Internet googelt findet viele Geschichten und Rezepte dazu. Auch gibt es alle möglichen Kräfte die dem Weideröschen zugesprochen werden. Besonders in Männerdingen soll es hilfreich sein. Aber der Tee wird auch zur Stärkung und Erfrischung eingenommen. Das habe auch ich herausgefunden als ich mich für die Pflanze interessierte die auf unserer Alp wuchert.


Bei uns auf der Alp hat es tatsächlich ganze Felder von Weideröschen. Bei meiner Internetsuche stellte sich heraus, dass dies nicht ungewöhnlich ist. Die Pflanze ist in der ganzen Schweiz, in Europa, in Asien und sogar Nordamerika sehr verbreitet. Sie bildet meist grosse Felder und so ist das Sammeln von genügend Blättern sehr schnell gemacht. Das dann nötige Verkneten der Blätter braucht allerdings etwas Übung. Beim ersten Versuch zeigte sich bei mir, dass das Verreiben mit dem Wallholz auf einem Handtuch, wie es von einigen Quellen vorgeschlagen wird, vor allem Flecken gibt. Ich versuchte es danach auf verschiedene Arten. Youtube ist voll von Tutorials. Schlussendlich muss ich sagen, dass man einfach 4 bis 5 Blätter zwischen den Handflächen zu Würstchen verreibt bis das Wasser austritt und diese dann in ein fest verschlossenes Glas zum Fermentieren gibt. Das hat zwei Vorteile: Es geht leicht und man hat später je Würschen eine Portion Tee für eine Tasse.

Mein Tee heisst übrigens Evantee und nicht Iwantee. Das hat einen einfachen Grund: Die Weideröschen aus denen ich ihn fermentiert habe wachsen im Wallis, direkt vor dem majestätischen Bietschhorn, und nicht in Russland. Im Wallis ist Evan heute ein häufiger Name. Ich finde darum, dass diese Bezeichnung viel besser passt.



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