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  • AutorenbildClaudia

Hot Ing-Wer

Aktualisiert: 21. Feb. 2021



Ein selbstgemachtes rassiges und scharfes Ingwerbier
Hot Ginger

Das todsichere Rezept:

Für den Gingerbug:

3 EL gehackten Ingwer mit Schale (BIO!) | 2 EL Vollrohrzucker | 250 ml Wasser

Weiterer Zucker und Ingwer zum ‚füttern‘


Für den Sirup:

140 g Ingwer fein gerieben | 3 EL Wasser | 500 g Zucker | 3 Bio-Zitronen | genügend saubere abgekochte neue Champagner oder Bierflaschen oder Petflaschen für 4 Liter

Den gehackten Ingwer und vielleicht noch einige kleingeschnittene Blätter Minze oder Spitzwegerich in einem grossen Glas mit Zucker und Wasser vermischen. Dafür einen Löffel aus Holz, und kein Metall, verwenden. Das Glas mit einem Tuch abdecken und bei Zimmertemperatur stehen lassen.

Ab und zu umrühren.


Nach zwei bis fünf Tagen beginnen sich Blasen zu bilden. Ab jetzt wird eine Woche lang täglich 2 EL gehackter Ingwer und 2 EL Zucker zugegeben.

Nach ungefähr einer Woche, der Gingerbug schäumt nun heftig beim Umrühren, wird er verarbeitet.





Es wird jetzt aus dem geriebenen Ingwer, dem Zitronensaft, abgeriebener Zitronenschale, Wasser und Zucker ein Sirup gekocht, welcher nach dem Erkalten durch eine Tuch gesiebt wird.

Den ebenfalls abfiltrierten Gingerbug mit dem Sirup und 3 l Wasser vermischen und in saubere Flaschen füllen. Wozu der Aufwand?

Was gibt es Beeindruckenderes (und Sinnvolleres) als bei einem Fest mit Freunden ein selbergemachtes Bier zu servieren welches erst noch wenig Alkohol enthält?

Wie kam's zu dem Rezept?

Wie immer war es so, dass ich gerne etwas selber machen wollte, was mir besonders schmeckt.


Wenn ich es selber mache, weiss ich was drin ist!


Diesmal war es Ingwerbier. Ich suchte mir ein Rezept im Internet und stellte fest, dass ich nicht verstand was ich da tun sollte. Ich suchte ein anderes Rezept, und dieses schien besser zu sein. Erschreckend waren allemal die Warnungen: Keine Glasflaschen! Plastikflaschen täglich öffnen um Druck abzulassen! usw. usf.


Ich begann zu experimentieren. Der erste Ansatz endete im Kompost. Ärgerlicherweise war es mir entgangen, dass Fermentation und damit das Wachstum von Hefepilzen, idealerweise eine Temperatur über 20°C benötigen. Der zweite Ansatz glückte. Das Bier, man sollte wohl eher Sprudel sagen, war so gut, dass es den alkoholisierten Zustand gar nicht erst erreichte. Er war schon vorher ausgetrunken. Beim dritten Ansatz wusste ich schon, dass die Ingwerbierherstellung gar nicht so schwierig ist. Ich wechselte von täglich zu öffnenden Petflaschen auf dicht verschlossene Champagnerflaschen. Das war ein Fehler! Oder längerfristig gesehen eigentlich auch nicht. Denn nun passierte folgendes: Ich trug meine, mit dem Hammer verkorkten und mit Metallkörbchen händisch verschlossenen Ingwerbierflaschen zur Lagerung in den Keller. Mit diesem Stolz, muss ich zugeben, den man eben hat, wenn einem endlich etwas geglückt ist, auf das man lange hingearbeitet hat.

Als ich das nächste Mal in den Keller kam, lag ein Stopfen auf einem Regal und der Boden klebte. Gott sei dank, hatte ich dicke Champagnerflaschen genommen, bei denen der Zapfen davonfliegt wenn sie zuviel Druck aufbauen. Bei dünnwandigen Bügelflaschen, hätte die Geschichte wohl ein böseres Ende genommen. Als nächstes putzte ich. Ausserdem stellte ich fest, dass offenbar mehrere Stopfen abgegangen waren. Die Flaschen konnten nicht im Luftschutzkeller bleiben. Die Horrorgeschichten aus dem Internet im Kopf, hob ich jede verbleibende Flasche vorsichtig, wie ich das auch mit einer entsicherten Handgranate getan hätte, auf, wischte sie ab und stellte sie in eine dieser festen Ikea Tragtaschen. Dann legte ich eine dicke Plastikfolie darüber und noch zwei weitere Folien, die gross genug waren, dass man sie locker in die Tasche schieben konnte. Ich hoffte, dass diese den Druck weiterer Korken abfangen würde, damit die nächsten weniger weit flögen. Das Konstrukt brachte ich in die Waschküche. Diese ist nämlich gekachelt und im Gegensatz zum Luftschutzkeller mit seinem porösen Betonboden feucht aufwischbar. In der Waschküche stellte ich die Tasche in den hintersten Winkel. Es sollte sich ja nicht versehentlich jemand drüberbeugen, wenn der nächste Stopfen abging. Und schliesslich beschloss ich, bei Gelegenheit mit einer Lederjacke, Handschuhen und Skibrille die verbleibenden Stopfen abzulassen. Man weiss ja nie wie das Glas hält. Jedenfalls: die Gelegenheit kam nie.


Und als ich ein Jahr später vorsichtig die Plastikfolie anhob um zu sehen wie es den verbleibenden Flaschen ergangen war, sahen die Metallkörbchen die die Zäpfen hielten ziemlich korrodiert aus. Der Zapfen steckte allerdings in allen noch halbwegs drin. Wieder mit dem Gefühl eine entsicherte Handgranate herumzutragen nahm ich eine der Flaschen aus der Tasche. Immer schön mit dem Deckel von mir wegzeigend trug ich sie etwas angespannt, wie ich zugeben muss, und entsprechend langsam zwei Stockwerke hinauf zum Kühlschrank. Bestimmt wäre der Druck bei guter Kühlung etwas weniger hoch, dachte ich mir. Der Versuch einige Stunden später war ernüchternd. Vermutlich hätte ich tiefkühlen sollen. Sobald nämlich das korrodierte Körbchen gelöst war (ein Wunder eigentlich, dass es noch hielt), flog der Stopfen mit einem ohrenbetäubenden Knall geradewegs in den Himmel, dicht gefolgt vom Ingwerbier. Vorausschauend hatte ich übrigens ein Glas zur Seite gestellt. Und es gelang tatsächlich mit viel Geschick einen Teil der Fontäne die sich da auf den Weg machte aufzufangen. Und ganz ehrlich: das Getränk ist ausgezeichnet. Die Lagerung hat ihm keineswegs geschadet. Nur der Ausschuss ist etwas hoch. Und das Öffnen ist nervenaufreibend. Trotzdem ist der Bedarf hoch.


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